Autoverwertung in der Schweiz

Autoverwertung Schweiz

Jedes Jahr werden in der Schweiz circa 100.000 Fahrzeuge verwertet die entweder zu alt sind oder einen Unfall mit Totalschaden hatten. Damit die Fahrzeuge umweltgerecht geshreddert werden können, ist eine entsprechende Vorbehandlung notwendig. Damit die ausgeschachteten Karossen einfacher transportiert werden können, werden sie gepresst.

In Europa und der Schweiz müssen Neufahrzeuge heute zu 95 Prozent verwertbar sein. Dies stellt die Hersteller immer wieder vor grossen Herausforderungen, da das Auto sehr komplex ist. Aber auch ein effektives Recycling ist sehr umfangreich. Ein Auto ist heute nicht nur ein Fahrzeug, sondern gilt als rollendes Rohstofflager.

Der Ablauf einer Autoverschrottung

Auto verwerten Schweiz

In der Schweiz werden die meisten Fahrzeuge durchschnittlich 16 Jahre gefahren. Danach sind sie nicht mehr rentabel und werden von spezialisierten Autoverwertern wieder aufbereitet. Dies bedeutet, dass die Fahrzeuge trockengelegt und danach verwertet werden. Finden sich noch brauchbare Teile die vielleicht später verkauft werden können, werden diese ausgebaut, geprüft und dann als Ersatzteile gelagert. Viele der Autoverwerter verfügen über ein grosses Lager, wo die Interessenten die Ersatzteile dann kaufen können. Einige verkaufen die Teile auch über das Internet.

 

Ein neues Auto besteht aus circa 10.000 Einzelteilen. Bei der Fertigung kommen viele unterschiedliche Materialien zum Einsatz. Welche bei einem Auto wo eingesetzt werden ist abhängig von den chemischen und physikalischen Eigenschaften. Aber auch das Gewicht, das Design und natürlich die Kosten spielen dabei eine Rolle.

 

Sie finden in der Schweiz circa 70 Autoverwerter. Hier werden ausgediente Fahrzeuge umwelt- und fachgerecht trockengelegt. Dies bedeutet, dass Bremsflüssigkeit, Öl und Treibstoff entfernt werden. Aber auch die Batterie, die Reifen und der Katalysator gehören dazu. Allein diese Teile machen im Schnitt bereits ein Gewicht von 5 bis 10 % des Autos aus. 

 

Von den 70 Verwertern sind 21 in der VASSO (Verband der offiziellen Autosammelstellen-Halter der Schweiz und des Fürstentum Liechtensteins) als Verbund zusammengeschlossen. Zusätzlich zu der Trockenlegung werden auch die pyrotechnischen Geräte wie der Gurtstraffer oder die Airbags hier entnommen und eventuell gezündet. Ob weiter Teile des Fahrzeugs wirklich ausgebaut und später verkauft werden, entscheidet die Nachfrage. 

Der Shredder

Die Fahrzeugkarossen werden mit grossen Hammermühlen zerhackt. Diese haben einen Durchmesser von bis zu zwei Metern und Leistungen zwischen 800 und 3.000 PS. In wenigen Sekunden werden so aus den Autos faustgrosse Stücke. Aber nicht nur Autos werden von den Hammermühlen verarbeitet, sondern auch alte Waschmaschinen, Trockner, Produktionsabfälle und viele weitere Altmetalle. Diese müssen vor dem Einschmelzen nämlich ebenfalls zerkleinert werden. 

 

Die durch die Shredder  gewonnenen Metalle wie Stahl und Eisen und die Nichteisenmetalle wie Kupfer oder Aluminium werden auf diese Weise zurückgewonnen und können nun an die Giessereien und Stahlwerke als wertvolle Sekundärstoffe verkauft werden. Zurück bleiben am Ende alle Teile, die nicht aus Metall bestehen. Zur Shredderschwerfraktion gehören etwa Gummi und Kunststoffe. In die Kategorie Shredderleichtfraktion die auch RESH genannt wird, gehören alle Sonderabfälle laut Verordnung. Von den 100.000 Tonnen Schrott die jedes Jahr in der Schweiz verarbeitet werden, bleiben circa 20.000 Tonnen RESH. Dies gilt aber nur für Fahrzeuge. Nimmt man die Elektrogeräte und sonstige Metallgegenstände hinzu, beträgt die RESH-Menge etwa 50.000 – 60.000 Tonnen. Hauptsächlich sind dies Bestandteile wie Textilien, Holz, Leder, Glas, Kunststoffe oder Lackstaub. 

Am Ende bleibt das Stahlwerk

Autorecycling

Metallschrott ist besonders wertvoll. In den Schmelz- und Stahlwerken werden hieraus wieder die wichtigsten Ausgangsmaterialien für die neuen Produkte zu Verfügung gestellt. So werden in den beiden Schweizern Stahlwerken Swiss Steel und Gerlafingen mehr als 1 Million Tonnen Stahl jährlich produziert. Der größte Teil aus Eisenschrott. 

 

Bereits seit vielen Jahrzehnten haben Fahrzeuge einen Metallanteil von circa 75 Prozent. Allerdings hat der Anteil von Stahl abgenommen und wurde teilweise durch das leichtere Aluminium ersetzt. Der Aluminiumanteil liegt derzeit bei etwa 5 bis 10 Prozent.

 

Allerdings können Aluminium und Eisenschrott zu fast 100 Prozent wieder dem Kreislauf zugeführt und somit erfolgreich recycelt werden. Durch das Recyceln der 100.000 Fahrzeuge in der Schweiz können zu der üblichen Produktion 100.000 Tonnen Erz, 30.000 Tonnen Bauxit, 300.000 MWh Strom und 65.000 Tonnen CO2 eingespart werden. 

Wenn Sie Ihr Auto verschrotten möchten

Wenn Sie Ihr Fahrzeug zu einem zertifizierten Verwerter bringen, erhalten Sie im Gegenzug einen Verwertungsnachweis. Dazu ist der Verwerter verpflichtet. Hiermit haben Sie die Möglichkeit Ihr Fahrzeug abzumelden und bei den Zulassungsstellen die umwelt- und fachgerechte Entsorgung nachzuweisen. Um den Nachweis müssen Sie sich selbst nicht kümmern. Dies gilt auch, wenn Sie Ihr Auto mit einem Kaufvertrag verkaufen. Für den Gesetzgeber wurde das Fahrzeug verkauft und Sie müssen sich weder um die Verwertung noch um den Nachweis kümmern. 

 

Die meisten Händler bieten Ihnen an das Fahrzeug bei Ihnen abholen zu lassen. Dies ist besonders praktisch, wenn Ihr Auto nicht mehr fahrbereit ist. Verzichten Sie darauf Ihr Auto einfach irgendwo abzustellen und es der Natur zu überlassen. Hier müssen Sie mit hohen Strafen rechnen. 

 

Die fachgerechte Entsorgung ist in der Altfahrzeug-Verordnung geregelt. Diese ist für Sie als Verbraucher und für den Entsorger bindend. Nachfolgend möchten wir Ihnen die Verordnung einmal vorstellen:

 

§ 4 Überlassungspflichten

 

(1) Wer sich eines Fahrzeugs entledigt, entledigen will oder entledigen muss, ist verpflichtet, dieses nur einer anerkannten Annahmestelle, einer anerkannten Rücknahmestelle oder einem anerkannten Demontagebetrieb zu überlassen (zertifizierte Autoverwertung).

 

(2) Betreiber von Demontagebetrieben sind verpflichtet, die Überlassung nach Absatz 1 unverzüglich durch einen Verwertungsnachweis zu bescheinigen. Hierzu ist Muster 12 (Verwertungsnachweis)der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung zu verwenden. Verwertungsnachweise dürfen nur von Betreibern anerkannter Demontagebetriebe ausgestellt werden.

Betreiber von Demontagebetrieben dürfen nur anerkannte Annahmestellen oder anerkannte Rücknahmestellen beauftragen, den Verwertungsnachweis auszuhändigen.

Mit Ausstellung oder Aushändigung des Verwertungsnachweises dürfen Altfahrzeuge nur einer ordnungsgemässen Verwertung nach den Vorschriften dieser Verordnung zugeführt werden. Dieses wird mit Ausstellung oder Aushändigung des Verwertungsnachweises versichert.

 

(3) Betreiber von Annahmestellen und Rücknahmestellen sind verpflichtet, Altfahrzeuge nur einem anerkannten Demontagebetrieb zu überlassen.

 

(4) Betreiber von Demontagebetrieben sind verpflichtet, Restkarossen nur einer anerkannten Shredderanlage zu überlassen. Abweichend von Satz 1 kann die für die Überwachung des Demontagebetriebs zuständige Behörde nach Vorlage einer Stellungnahme eines Sachverständigen (§ 6) erlauben, dass Restkarossen auch einer sonstigen Anlage zur weiteren Behandlung überlassen werden.

 

(5) Die Überlassung von Altfahrzeugen nach den Absätzen 1 bis 3 ist von der nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 der Nachweisverordnung bestimmten Nachweispflicht ausgenommen.

Der Verwertungsnachweis

Der Verwertungsnachweis besteht aus einem Satz mit vier Ausfertigungen (Blätter).

 

Die erste Ausfertigung (Blatt 1) der Seiten 1 bis 2 des Formblatts enthält über die Zeile 1 folgende Bezeichnung:

„Diese Ausfertigung (rosa) ist für den Fahrzeughalter/-eigentümer bestimmt.“

 

Blatt 2 enthält entsprechend folgende Bezeichnung:

„Diese Ausfertigung (altgold) ist für den Demontagebetrieb bestimmt.“

 

Blatt 3 enthält entsprechend folgende Bezeichnung:

„Diese Ausfertigung (blau) ist für die Shredderanlage bestimmt.“

 

Blatt 4 enthält entsprechend folgende Bezeichnung:

„Diese Ausfertigung (weiß) ist für die Annahme-/Rücknahmestelle bestimmt.“

 

Der Verwertungsnachweis muss maschinenlesbar sein.

 

Die Formblätter sind maschinenlesbar (scannergerecht) zu gestalten. Deshalb sind die folgenden Gestaltungsempfehlungen zu beachten, wenn Vordrucke als allgemeines Schriftgut bei Standard-Scannern vorgesehen sind.

Farbliche Vorgaben

Bei Vordrucken zur optischen Belegerfassung muss sich der Aufdruck (Text, Linien, Raster) farblich vom Ausfülltext unterscheiden. Ziffern, Zahlen, Nummern und der Passer sollten bei maschinenlesbaren Vordrucken in Blindfarbe gedruckt sein. Um bei Stapelverarbeitung im Scanner eine hundertprozentige Datenerfassung zu gewährleisten, ist bei Blatt 1 am Satzspiegel des Vordrucks am Kopf – jeweils rechts und links – ein Winkel schwarz zu drucken. Dieser Winkel garantiert bei einer Einzugverschiebung von 15 Grad die genaue Datenerfassung.

 

Bis auf die Ausfertigung „weiss“ sind deshalb die Blätter in der unten angegebenen Blindfarbe zu drucken (RAL-Werte nach Euro-Skala) 1).

 

Verwertungsnachweis (Muster 12)

 

Blatt 1 (Ausfertigung für den Halter) rosa 100% Yellow und 85% Magenta

Blatt 2 (Ausfertigung für den Demontagebetrieb) altgold 100% Yellow und 45% Magenta

Blatt 3 (Ausfertigung für die Shredderanlage) blau 55% Magenta und 100% Cyan

Blatt 4 (Ausfertigung für die Annahme-/Rücknahmestelle) weiss.

Wie ist der Verwertungsnachweis schriftlich zu gestalten (Schriften)

Beim handschriftlichen Ausfüllen sollten neben den Ziffern nur Großbuchstaben verwendet werden. Für Schreibmaschinen- und Druckschrift sind mindestens Schrifthöhen mit einer Versalhöhe von ca. 2,1 mm bis 3,2 mm, für Handblockschrift von ca. 5 mm einzuhalten. Alle Schriften, außer Kursiv- und Serifenschriften, sind geeignet für die optische Zeichenerkennung.

 

Die Begrenzungslinien für Eintragungsfelder, Linien, Schriften und die Rasterflächen sind in den o. g. Farben als sog. Blindfarbe ohne Verunreinigungen auszuführen. Die Rasterflächen dürfen 60% vom Volltonwert nicht überschreiten. Die maschinell zu lesenden Bereiche müssen weiß sein.

 

Wie Sie erkennen können, sind die Vorschriften zur Entsorgung sehr genau definiert. Dies soll dazu führen, dass möglichst alle Fahrzeuge fachgerecht recycelt werden können um wichtige Ressourcen zu schonen.